Dittingen

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Dittingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Laufen des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Von 675 ha der Gemeindefläche sind 428 ha Wald und Gewässer und 211 ha Landwirtschaftsland. Die Bauzone umfasst 36 ha (2003).

Der höchste Punkt (Brunneneberg) is 866 m ü.M., der tiefste Punkt (Dittinger Rank) ist 348 m ü.M.

Die Nacbargemeinden sind Blauen, Laufen, Metzerlen-Mariastein, Röschenz und Zwingen.

Einwohner

31.12.2003: 688
31.12.2005: 694

Sehenswürdigkeiten

Kirche St. Nikolaus

Zuoberst im Dorf auf einem Hügel gelegen steht die Kirche St. Nikolaus (Photos). Die Baugeschichtstafel in der Vorhalle zeigt die Entwicklung vom 12. Jahrhundert bis heute. 1506: Bau von Turm und rippengewölbtem Chor. Sehr schöne Innenausschaffung, gestaltet von namhaften Künstlern: Kirchenfenster von Hans Stocker, Altar von Godi Müller, Kreuzwegstation von Remo Rossi.

Dorfkern

Dorfkern mit gepflegten alten Häusern

Weide

Unter Naturschutz stehende Weide, Standort seltener Trockenwiesenpflanzen (Wachholder usw.)

Dittinger-Feld

Grosse zusammenhängende Landwirtschaftsflächen mit schönem Kirschbaumbestand und Wegkapelle am Pilgerweg nach Mariastein

Geschichte

Die Endung "-ingen" von Dittingen bezeugt allemannischen Ursprung. Ein allemannisches Gräberfeld mitten im Dorfkern bestätigt dies.

Im Jahr 1300 wurde der Ort zum ersten mal urkundlich erwähnt (Diedingowen ein Hof des Diedin). 1435 lautete der Namen Tittingen. Ab 1462 war die Gemeinde im Besitz des Bischofs von Basel. Anlässlich des Wiener Kongresses wurde Dittingen 1815 dem Kanton Bern zugeordnet. 1994 erfolgte der Wechsel zum Kanton Baselland.

Von einem Chûnat von Tittingen erzählt ein Güter- und Zinsverzeichnis in den Akten des Basler Klosters Klingenthal. Das älteste, bekannte schriftliche Zeugnis zur Dittinger Geschichte ist ein Reliquienrodel, der ins 14. Jahrhundert datiert wird. Im 15. Jahrhundert gehörte Dittingen zu den sieben reichsfreien Dörfern am Blauen, die König Ruprecht im Jahre 1408 an Hans Ludemann von Rothberg, als Lehen übergab; Mitlehensträger wurden die Herren von Ramstein, welche bereits das Schloss Zwingen und den Dinghof von Laufen zu Lehn hatten. Nach dem Tode Thüring von Ramstein erwarb der Bischof von Basel, durch Kauf, auch das Dorf Dittingen und unterstellte es dem neugegründeten Oberamt Zwingen-Laufen, das durch einen Vogt verwaltet wurde.

Die Baugeschichtstafel der Kirche "St. Nikolaus" (Photos) geht zurück ins Jahr 1506. Doch in einem Brief vom Januar 1451 ist zu vernehmen, dass bereits 1423 in "namen des buws derselben kilchen" Güter in Dittingen an die Kirchenpfleger dieses Dorfes verkauft wurden.

Während des Bauernkrieges von 1525 war Dittingen Zufluchtsort für die Nonnen des Zisterzienserinnenkloster Engenthal bei Muttenz. Für den "Klösterli"-Neubau (heute Liegenschaft Dorfstrasse 39) wurden Steine aus dem oberhalb des Dorfes gelegenen Steinbruch verwendet, der zu den bedeutenden Brüchen des alten Gewerbes der Steinhauerei im Laufental gezählt wird.

In den "Troubles", die das Fürstbistum Basel 1730 - 1740 erfassten, wurde Hans Tschäni aus Dittingen zum Anführer der Laufentaler. Als "Tschänihandel" werden diese Landeswirren daher in der Laufentaler Geschichte vermerkt.

Die fürstbischöfliche Zeit ging mit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1792 zu Ende. 1815 ordnete der "Wiener Kongress" das Gebiet des einstigen Fürstbistums Basel der Verantwortung der Eidgenossen zu. Dittingen wurde unter die Obhut des Kantons Bern gestellt.

Im Rahmen des Selbstbestimmungsrechts für den jurassischen Landesteil sprach sich der Amtsbezirkt Laufen 1989 für ein politisches Zusammengehen mit dem Kanton Basel-Landschaft aus, was mit dem Kantonswechsel per 1. Januar 1994 vollzogen wurde.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt den heiligen Wendelin in schwarzer Kutte, mit goldenem Stock und goldener Tasche auf grünem Feld. Links und rechts im Hintergrund befinden sich zwei grüne Laubbäume. Die Hintergrundfarbe ist weiss.

Zu den Burgergeschlechtern zählen Cueni, Halbeisen, Jermann, Schmidlin, Steiner und Tschäni.

Der Dorf-Beinamen lautet Schnägge (Schnecken).

Persönlichkeiten

Hans Tschäni der Rebell: Freiheitskämpfer, der 1740 wegen Widerstand der Bauern gegen den gestrengen Landesfürsten zu lebenslangem Hausarrest verurteilt wurde.

Gottfried Jermann: Bergsteiger, 1947 bei der schweizerischen Erstbesteigung der Eiger-Nordwand zusammen mit den Gebrüdern Schlunegger aus Wengen.

Cenek Prazak: Kunstmaler, tschechischer Emigrant, seit 1989 Bürger von Dittingen. Er genoss internationalen Bekanntheitsgrad und stellte in der ganzen Welt seine Bilder und Werke aus.

Hans Tschäni: Buchautor, Alt-Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, national anerkannter Kenner der politischen Landschaft der Schweiz.

Walter Jermann: Gemeindepräsident und Landrat, 1994 nach dem Kantonswechsel des Laufentals zum Kanton Basel-Landschaft als erster Dittinger in den Landrat gewählt. 1999/2000 Präsidialjahr als Landratspräsident. Im Oktober 2003 erfolgte gar noch die Wahl in den Nationalrat.

Kobalt Owsky: Bildhauerin, Schöpferin des Friedhofbrunnens sowie vieler bekannter Werke im Raume Basel.

Religion, Kirche

Kirchenpatron ist der St. Nikolaus (jeweils am 1. Sonntag im Dezember)

Prozession an Auffahrt aufs Dittinger-Feld

Bittgang nach Mariastein,

Allerheiligen jeweils am 1. Sonntag im November

Glockengeläute und Betzeit: 05.30, 12.00 und 20.00 Uhr. Samstag oder vor Feiertagen 15.30 Uhr

Endläuten (Totenglocke). Taufläuten. Läuten bei Feuersbrunst oder bei anderen schweren elementaren Ereignissen.

Vereine und Institutionen

  • Segelfluggruppe Dittingen
  • Altersturnen Dittingen
  • Dittiger Schnägge Fasnacht
  • Feldschützengesellschaft
  • Frauentreff Dittingen
  • Frauenturnen Dittingen
  • Jagdgesellschaft "Pächfels" Dittingen
  • Jugendriege Dittingen
  • Kinderturnen Dittingen
  • Kirchenchor Dittingen
  • Kulturverein Dittingen
  • MUKI Turnen Dittingen
  • Männerchor Dittingen
  • Männerriege Dittingen
  • Natur- und Vogelschutz
  • Obst- und Gartenbauverein
  • Rebzunft zum Chattel
  • Segelfluggruppe Dittingen
  • Smarties - Eltern - Kind - Verein -
  • Turnverein Dittingen

Anlässe

  • Dittinger-Schnägge-Fasnacht
  • Ende August finden die Dittinger-Flugtage statt, welche alle zwei Jahre durchgeführt werden.
  • Im Oktober, am Kählen-Sporttag treffen sich Ortsvereine, Behörden/Kommissionen, Schulen und selbstverständlich ein grosser Teil der Dittinger Bevölkerung zum sportlichen Plauschwettkampf.
  • Ende November steigt der Turnerabend, der schlichtweg zum gesellschaftlichen Grossereignis in Dittingen zählt. Er wird alle zwei Jahre durchgeführt. Die Plätze sind jeweils bereits Monate im voraus ausverkauft!

Sport

  • Sportanlage Chälen
  • Modernes Schützenhaus
  • Gras Flugfeld (Dittinger-Feld) für Segelflugzeuge
  • Das Hallenbad existiert leider nicht mehr

Restaurants

  • Bergmattenhof
  • Bistro El Patio
  • Restaurant Rank

Industrie und Gewerbe

Berühmt ist der Laufener-Kalkstein. Die Steinbrüche befinden sind auf Dittinger-Boden, in der Schachleten, einem Seitental zwischen Laufen und dem Dittinger-Rank. Grosse Bauten wie z.B. der Völkerbundspalast in Genf, diverse Verwaltungsgebäude in Basel, New York etc. sind mit diesem Jura-Marmor verkleidet. Bereits zu Römerzeiten wurden in Dittingen Natursteine verarbeitet.

Die international bekannte Firma der Enzym- und Fermentherstellung, Novo Nordisk Ferment (Schweiz) hat ihren Verwaltungssitz im Industrie- und Gewerbegebiet von Dittingen. Die Produktion wurde 2005 nach Dänemark verlagert (Abbau von 35 von 90 Stellen). Siehe auch Novozymes.

Grössere und mittlere Gewerbebetriebe: Malerbetrieb, Informatikagentur, Architektur- und Planungsbüro, Druckerei, Lebensmittelgeschäfte, Büro- und Bastelgeschäft, Gewerbemaschinen, Restaurationsbetriebe, mechanische Werkstätten, Transportunternehmen, Verpackungsindustrie, Steinhauereibetriebe, Briefkastenanlagenvertrieb, Garagisten und mehrere landwirtschaftliche Betriebe.

Die Mehrzahl der in Dittingen wohnhaften, erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet jedoch ausserhalb des Gemeindegebietes, von Laufen bis Basel.

Seit 1988 beziehen die drei öffentlichen Gebäude: Schulhaus (Hallenbad, Turnhalle und Gemeindeverwaltung), Pfarrhaus und Kirche die Wärme aus einer gemeinsamen Holzschnitzel-Heizung. Holzlieferant ist der Wald der Burgerkorporation Dittingen.

Liste der Gewerbebetriebe (2006)

  • Ackermann Gartenbau
  • Alumet AG
  • AMIPEON Werbeagentur
  • Bieli Transporte
  • Broadwest Edelsteinhandel
  • Bron Landwirtschaft
  • Buchwalder Geigenbau
  • Burkhardt Goldschmiedkunst
  • Campingplatz Dittingen
  • Christ Zeichnungsbüro
  • Covella Medizinische Masseurin
  • Cueni Autolackiererei
  • Dolder Garten- und Motorgeräte
  • Forstrevier CHALL
  • Garage Bello
  • Gass Malergeschäft
  • Glaser Transporte
  • HB Montatech Metallbau
  • Huber Briefkasten
  • Hueber Floristik
  • Hueber Transporte
  • Input Computerhardware
  • Jermann Immobilienverwaltungen
  • Jermann Informatik
  • Jermann Markus und Partner Architekturbüro
  • Jermann Rudolf Landwirtschaft
  • Jermann Walter Landwirtschaft
  • Jermann Wilhelm Landwirtschaft
  • Kessler Autoverwertung
  • Kettl Landmaschinen
  • Kobalt Owsky Steinbildhauerin
  • Liechti Steinbildhauer
  • Mendelin Cheminéebau
  • Meury Bio-Mutterkuhhaltung
  • Müller Autoelektrik
  • Novozymes Switzerland AG
  • Rita Jermann Floristik
  • Schmidlin Bauplanung
  • Schmidlin Bio-Landwirtschaft
  • Schmidlin Forst GmbH
  • Schmidlin Georg
  • Schmidlin Holzhandel
  • Schmidlin Malergeschäft
  • Schmidlin Peter
  • Schmidlin Roland
  • Schmidlin Sanitär/Prohaustech
  • Schmidlin WS Trading
  • Schmidlin-Meury Goldschmiedkunst
  • Sommer Hebamme
  • Spano Metallbau
  • Sprenger Bauteile GmbH
  • Stieger-Glaser GmbH
  • Strauss Grabsteine
  • Tschumi Landwirtschaft
  • Töpferei Andrea Spano
  • Vogel Verpackungen AG
  • Zeugin Büro- und Schulmaterial

WebCams

Eine von mehreren WebCams der Segelfluggruppe Dittingen: Klick

Links


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